Bushcraft Jamboree in der Rhön | Mai 2019

Mal wieder ein bisschen neben der Spur, aber ich hatte das Glück und wurde vom lieben Matthias von der http://www.busch-schule.com/ zum sogenannten “Bushcraft Jamboree” eingeladen. Wer Jäger ist und mit dem Begriff “Bushcraft” nichts anfangen kann, der kann jetzt ruhig weiterlesen! Neben dem Hauptthema war es besonders schön, mal mit einer ganzen Reihe Hundeführern unterschiedlichster “quatschen” zu können: Matthias aka jackknife68, Tony Lennartz, Fabian aus dem Yukon, Timo Tischler, Lasse Böckmann und einige mehr.

Bushcraft

Bushcraft (Woodcraft) ist eine in Europa kontinuierlich wachsende Szene, welche sich mit Fähigkeiten und Techniken (Waldläuferwissen) rund um das langfristige Leben in der Natur beschäftigt. Das beinhaltet neben dem Feuer machen auch die Frage nach Unterkunft, Wasser und Nahrung. Geprägt wurde der Begriff von Ray Mears aus Großbritannien, welcher Berühmtheit mit seinen Expeditionen zu indigenen Völkern in Südamerika und Afrika erlangte. Man kann das ganze sicherlich mit dem altbekannten Pfadfindertum vergleichen.

Feuer machen: Fester Bestandteil des Waldläuferwissens

Das Jamboree

Das Jamboree lief als lockeres Treffen über drei Tage in der Rhön. Geplant wurde mit 100 Teilnehmern, sodass das Event in kürzester Zeit ausverkauft war. Das Programm umfasste verschiedenste Kurse und Events rund um das Thema Natur, für die man sich eintragen konnte und welche in der Regel von Profis durchgeführt wurden. Beispiele sind ein Kurs für Feuer bohren, Überlebenstechniken, das Bergen von Fahrzeugen, eine kleine Baumkletterschule und natürlich das absolut verrückte Surströmming-Essen. Ich möchte hier keinen riesigen Bericht schreiben, denn es gibt viel Videos im Netz. Als Jäger und Praktiker sollten wir keine großen Reden schwingen oder Werbeplakate füllen. Die Jagd bringen wir den naturinteressierten Menschen am besten bei solchen Veranstaltungen nahe. Und wenn ihr mal wieder einen Grüngekleideten beim Schnitzen im Wald erwischt: ladet ihn zum jagen ein.

Die Ausstattung war auf keinen Fall spartanisch, jeder hatte einen Dach über dem Kopf.
Wettsägen … war mir zu anstrengend. Im Hintergrund die Kurslisten!

Überlebenstechniken mit Tony Lennartz

Tony ist ein bekannter Survial-Pionier und machte sich insbesondere durch seine Expeditionen und Reisen zu den indianischen Ureinwohnern Nordamerikas einen Namen. Zu mehreren Gelegenheiten konnten Teilnehmer seinen kurzen einstündigen Kurs besuchen. Er zeigte wie man mit wenigen Handgriffen aus einem Poncho eine möglichst effektive Unterkunft baut. Gemäß dem Motto nichts unnützes zu zeigen, folgten verschiedene Möglichkeiten mit einfach Mitteln das eigene Auto zu bergen. Die ein oder andere abgefahrene Story gemixed mit einem derben Spruch sorgten für eine ausgelassene Stimmung. Am Ende machte er noch eine kleine Wunderkiste auf zeigte verschiedene Gegenstände rund um das Thema “Survival”. Seine Webseite findet ihr hier.

Hebelwirkung erklärt: so bekommt man auch den schweren Bus bewegt.

Fabian von Bushcraft Yukon

Fabian ist deutscher Auswanderer der im kanadischen Yukon lebt, ein Mann aus der Wildnis sozusagen. Er gehörte mit zu den Ideengebern der Veranstaltung und reiste zumindest teilweise nur für das Jamboree aus Kanada an. Als Vollzeit-Wander- und Wildnisführer bringt er einiges an Wissen und Erfahrung mit. Er bereicherte das Jamboree mit mehreren Kursen zu improvisierten Überlebenstechniken, unter anderem zum Bau einer Notunterkunft und Werkzeug. Besonders spannend war der sehr lange abendliche Bildvortrag zum Ankommen und Leben im Yukon, inklusive dem zu erwartenden Auf- und Ab, der Weg in die Arbeit mit den Schlittenhunden, inklusive Berichten zur Haltung, dem Sozialverhalten und zu den wirklich krassen Rennen mit Schlittenhunden. Lust auf abgefahrenen Urlaub? Dann schaut mal auf seine Webseite.

Welpenbilder dürfen natürlich nicht fehlen.

Noch mehr nette Menschen

Beim Gewicht schätzen bin ich leider nur Zweiter geworden, der Gewinner bekam vom Timo (rechts) einen Savotta Jäger M geschenkt. In der Mitte steht der Matthias.

Das Jamboree ist nun schon ein paar Monate her, sodass die grauen Zellen schon teilweise versagen. Die krasse Erkältung, welche ich mir von den Arbeitskollegen vorher abgeholt hatte tat ihr übriges. Natürlich waren noch viel mehr Firmen (Exped, Savotta, Ridgeline) und nette Menschen zu Gast. Besonders gute Gespräche hat man bekanntlich mit anderen Hundeführern, von denen überraschend viele zu Gast waren. Da war Lasse Böckmann, der mit seinen Hunden die bayrischen Drückjagden unsicher (bzw. sicher ;-)) macht und nebenbei einen Youtube-Kanal zu dem Thema betreibt. Genauso aber auch der Timo von der impress markets GmbH, welcher nicht nur Erfahrung auf Drückjagden hat, sondern auch lange Zeit einen Schweißhund geführt hat. Er stellte dem Jamboree nicht nur viele Preise zur Verfügung, sondern kam auch mal eben mit einer Zeltsauna um die Ecke. Spannend sein Kurs zum Thema Wandern in extrem kalten Gebieten.

Lasse (rechts mit Cappy) zeigt seine Messer, er mag sie gerne etwas größer 😉

Eine gute Veranstaltung braucht ja bekanntlich Kopf und Herz. Danke an Matthias aka jacknife68 von der Buschschule (der Kopf) und seiner Frau (das Herz), für die toll gelaufene Veranstaltung mit netten Menschen, warmen Feuer und gutem Essen. Seine Kurse kann ich nur empfehlen und wer mal ein besonderes Messer braucht: er ist auch noch Messermacher.

Matthias (rechts) ist Jäger, dementsprechend wurde Wild serviert. Seine Frau (in der Mitte) hatte alles im Griff.
Von Links nach Rechts: (Name fehlt), Tony, Matthias, Lasse, Ich. Alles Jäger und Hundeführer, wo man sich so trifft 🙂

Comments are closed.