Hundeführer beim Bogenjagdkurs | April 2019

Auch wenn die Bogenjagd für die Bauarbeit, das Stöbern und ähnliche Formen der Hundearbeit eher irrelevant ist, so muss sich früher oder später bei dessen Legalisierung jeder Nachsuchenführer mit der Thematik beschäftigen. Wir haben kurzerhand einen Bogenjagdkurs beim guten Tex besucht und uns eine Meinung gebildet.

Inhalte. Der Bogenjagdkurs selber orientiert sich am amerikanischen Standard und beinhaltet etwa 1 1/2 – 2 Tage Theorie, dazu kommt praktisches Bogenschießen und die Einführung in die Themen Tarnung, Treffersitz auf 3D-Ziele und Klettersitze. Wem das interessiert, der schaut einfach selber mal beim Tex vorbei: https://falconrider.de/

Der Bogenjagdkurs hat viel Spaß gemacht, danke!

Auswirkungen auf die Hundearbeit. Bei der Jagd mit dem Bogen werden Pfeile auf kurze Distanz (25m und weniger) mit hoher Penetrationswirkung auf das Wild geschossen. Dabei kommt es nicht zu einer Zerstörung wie bei der Kugel, sondern lediglich zu einem “schneiden” durch die Pfeilspitze. Der Pfeil soll austreten und einen Ein- und Ausschuss produzieren. Das Wild verendet nach “kurzer Flucht” durch den hohen Blutverlust. Nachsuchenführer müssen sich neben dem veränderten Anschuss (kurze Entfernung, kein Risshaar) frühzeitig die Frage stellen, ob der Pfeil das Ziel durchbohrt hat oder stecken geblieben ist. Dies ist mit einer schnellen Frage an den Bogenschützen geklärt, welcher in jedem Fall den mit Schweiß des Stückes behafteten Pfeil vorzeigen kann. Dieser ist gleichzeitig ein Indiz bezüglich Treffersitz und zu erwartender Form der Nachsuche. Während bestimmte Treffersitze gleichhäufig vorkommen werden (z.B. Waidwund, Leber), so werden andere Trefferformen zu nahezu nicht lösbaren Nachsuchen führen. Krellschüsse, Gebrechschüsse, Keulenschüsse usw. führen in jedem Fall zu einer anderen Wirkung vor und nach dem Schuss. Die Nachsuchen werden schwieriger, das Wild ist weniger krank. Hier geht man aber davon aus, dass diese Schüsse schneller und sicherer verheilen als gleichartige aus der Büchse. Faktoren wie Zuggewicht, Pfeilgewicht und die Form der Jagdspitze geben dem Nachsuchendetektiv weitere Anhaltspunkte. Nach Gesprächen mit Revierinhabern aus dem Ausland, welche regelmässig Bogenjäger in Ihren Revieren führen, muss man von einem seltenen, aber wenn hohen Verletzungsrisiko für die nachsuchenden Hunde ausgehen. Die häufigsten Verletzungen entstehen beim Tritt des Hundes auf die Pfeilspitze. Auch wenn sie es selber noch nicht erlebt haben, gibt es jene Horrorgeschichten über aufgespießte Hunde. Das ist wie mit dem Keiler oder Abpraller bei der Erntejagd, dass passiert praktisch nie (KLICK). Wie sich das am Ende wirklich entwickelt, werden wir, wie immer, in der Praxis hautnah erfahren. Bei der Bogenjagd können wir grundsätzlich von einer höheren Anzahl an sicheren Tot- und Motiviationssuchen ausgehen, da die kurze Flucht zur Bogenjagd dazu gehört.

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