Gedanken zu den Baujagden an der Ostsee | März 2018

Der Beginn von Patenschaften…

Ein Bericht zu den Ostsee-Baujagden von Jan. Bilder gibt es wie immer am Ende des Beitrags.

Seit ca. 10 Jahren fahren Bauhundeführer an die Ostseeküste, zur Unterstützung regionaler Aktivitäten (wie u.a. von unserem Freund Ronald, wir berichteten über seinen tragischen Tod).
Nach dem Aufbrechen von eventuellen Eisbrücken, kurz vor der Brutsaison fahren wir im Küstenbereich von Vogelschutzgebiet zu Vogelschutzgebiet und versuchen zeitlich eng an den Brutbeginn und kleinstlokal, optimale Bedingungen für die Bodenbrüter zu schaffen.

Wer? Die AG Küstenvogelschutz, Verein Jordsand, Verein Langenwerder, örtliche sehr aktive Ornithologen, die Succow Stiftung, Limicorda, die Behörden vor Ort für die Betretungsrechten und Jagdrechte u.v.a. unterstützen uns und wir sie.

Hundeführer aus Hamburg und Kiel, Rheine, Berlin, Senftenberg, Loburg, Königswartha, Düsseldorf, Holland und selbst aus Österreich haben bisher die Aktionen begleitet.

Gedanken. Leider verbinden wir nicht nur schöne Erinnerungen, mit der sonst sehr befriedigenden Arbeit. Befriedigend weil, wenn eine Insel erst einmal Raubsäugerfrei ist, bleibt sie es mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit für die Brutsaison, bis zur nächsten Eisbrücke. Schwimmend kann das Raubwild die Eilande sicher auch erreichen, gerade Schwarzwild und Marderhund oder auch Mink schwimmen sehr gut, aber die Wahrscheinlichkeit gegenüber dem Festland, wo schon ab der ersten Nacht wieder Füchse und Co. einwandern können, ist geringer. Das macht, da muss man ehrlich sein, ein tief und mehr beglückendes Gefühl als zu Hause wo der nächste Fuchs nur wartet.
Aber auch Trauriges verbinden wir mit den Baujagden an der Ostsee. So, weil unsere Freunde aus Österreich in zwei aufeinanderfolgenden Jahren zwei super Hunde verloren haben. Einmal rutschte eine kompletter Röhrenverlauf zusammen und erstickte den Hund und ein zweites Mal klauten Schrottdiebe eine große Pumpenanlage und ließen die für uns bis dato unbekannten Absaugrohre offen, in die der Hund einschliefte und kopfüber im Brunnenschacht ertrank. Unsere Freunde traf es folgend nochmals besonders hart, nachdem ein hektischer, unkontrollierter Schütze, grob fahrlässig, bei der Bauarbeit in einen Einschlag schoss und den weißen Hund mit dem roten Halsband tödlich traf. Solche Schützen, oftmals können Sie ruhig schlafen, verursachen nicht nur Trauer, sondern auch Wut.
Dreimal Deutschland, 3 tote Hunde… ich kann die Entscheidung, keine Jagd mehr in Deutschland für diese Hundefreunde, verstehen.

Vielen Dank immer noch, für eure immer sonst so offene, selbstlose Art.

Naturschutz keine Frage von Macht&Politik. Verstört sind wir weiter aber vor allem über den “Spielplatz” Ostseebaujagd, den ein Einzelkämpfer im Alleinvertretungsanspruch für die gesamte Ostsee hat und damit Initiativen und anderen HF, die diese Projekte unterstützen wollen, das Leben schwer macht.
Machtkampf, Gebietskampf auf dem Rücken der Gebiet und der Piepmätze, denen es schnurzpiepegal ist, durch welchen Namen und Hund sie gerettet werden.

Beginnend mit diesem Jahr, wollen wir daher, die jetzigen teils immer noch vorherrschenden Strukturen brechen, schon Ronald hatte dies immer versucht.
Wir bilden eine öffentliche Plattform auf der sich örtliche Ornis, Gebietsbetreuer, Stiftungen, Vereine aus dem Bereich Küstenvogelschutz, aber gerne auch anderswo, für Birkhahn, Großtrappe, Hamster und Co. sich mit aktiven Hundeführern treffen können.

Eine Hundeführerliste kann bei uns erfragt werden.

Damit kann jeder selbst wählen, auch vor der Tür, mit wem er zusammenarbeitet und kann das Maß der Aktivitäten besser anpassen.

Wir können nur wiederholen, das oftmals gut gemeinte, ich kümmere mich um alles, ist meistens nicht gut gemacht!
Besser ist eine breite Basis, die aus mehr als unseren I-Tüpfelchen Aktionen besteht.
Aktive Hegeringe, Raubwildwochen (Urkunden, Hegemedaillen, Wanderpokale), auch finanzielle Unterstützung durch Stiftungen (z.Bsp. Fallenkauf oder Fallenmelder) sind die Basis.
Wir wollen helfen dies wieder ins Bewusstsein zu rücken auch mit Presse und Co. und versprechen weiter alle Aktionen bei denen wir gefragt sind, zu unterstützen.

Einen Zeitungsbericht findet ihr hier:

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