Baujagd Apolda | Februar 2018

Für die meisten Jäger ist die “Saison” im Februar vorbei, Verschnaufpause für Hund und Hundeführer. Nicht aber für eine kleine Gruppe sehr motivierter Erdhundeführer. Die Baujagden beginnen… ohne Erdhund war ich als schnöder Schütze das erste mal bei einer kleinen Baujagd bei Apolda im schönen Thüringen eingeladen.

Von Jagen-mit-hunden.de waren an diesem Tag drei Hundeführer mit einem Foxterrier, einem Deutsch-Drahthaar und einem Parson vor Ort. Dazu gesellten sich ungefähr fünf Schützen, sowie Andreas mit seinen drei Foxterriern. Zunächst begannen wir mit einigen Stapeln Heuballen, im ersten großen Lager war nichts los. Die Hunde suchten zwar zeigten aber schnell dass hier nichts zu finden ist. Weiter ging es dann zu Fuß zum Nächsten. Hier stellten die Hunde eine Fähe tief im Innerern des Heus. Nach einiger Zeit begannen wir die Hunde einem nach dem anderen abzutragen. Wie es eben ist… während die Flinten herumgereicht werden und jeder einen Terrier in der Hand hat springt der Fuchs. Zack waren die Hunde hinten dran und ich schnallte meine Drahthaar-Hündin dazu. Der eilig hinterher geworfene Schuss von einem Waidgenossen hatte aber offensichtlich sein Ziel verfehlt. Auf einmal wurde es ruhig in der Dickung, waren die Hunde doch am Fuchs? Ich ging hinterher und auf einmal Stand der zurück wechselnde Fuchs 20 m vor mir am Waldrand. Kurzer Blick … sind alle Hunde auf sicherer Entfernung? Krach und der Fuchs rollierte und lag … Glück gehabt.

Im Anschluss trennten wir uns in zwei Gespanne. Die andere Gruppe konnte einen Fuchs ausgraben und verschlief leider den Zweiten. In unserer Gruppe hatte ich wieder Dusel: in einer Röhre bearbeitete der Foxterrier einen Rüden, aber anstatt auf die Seite zu flüchten die frei war überrollte der Fuchs den Terrier im Kanal und sprang bei mir am Einlass. Ein schneller Schuss durch ein paar Dornen ließ den Fuchs sauber liegen. Nochmal Dusel! Bei einem weiteren Stapel Heuballen bearbeitete ein Foxterrier für fast 30 min einen Fuchs. Leider verschliefen die Waidgenossen den plötzlich springenden Fuchs so das die eilig platzierten Schüsse fehlten. Das passiert, so ist Jagd.

Als Neuling bin ich von der Passion, dem Arbeitswille und dem Durchhaltevermögen der Erdhunde fast schon überrumpelt worden. Ein toller Tag mit super Hunden, vielen Dank!

Beste Grüße, Tobi.

PS: Auch Dietrich hat uns aus dem anderen Gespann einen kleinen Bericht verfasst:

Wir teilten uns auf, ein Team mit 2 FT und unser Team mit einem FT und einem PRT. Nach ein paar erfolglosen Kontrollen von Durchlässen und Kunstbauten konnten wir dann die Revierinhaber überreden einen frischen Naturfeldbau zu machen. Die junge Parson Hündin war nicht besonders interessiert, schliefte ein und kam wieder raus. Mein Rüde schliefte aber daraufhin auch zur Kontrolle zum Bau gelassen ein und gab beständig laut. Ich ahnte schlimmes weil ich mir nicht sicher war ob mein auch relativ unerfahrener Rüde sich nicht in der Hitze des Gefechts überlegt hatte einfach so laut zu geben. Er ist zwar nie Baulaut gewesen, aber über der Erde nachdem ein Hund kein Interesse hatte kamen mir ja dann doch Zweifel. Naja auch diese Erfahrung zeigte am Ende, traue immer deinem Hund. Er lag dann relativ bald laut vor. Dann der nächste Schreck, er war nicht zu orten mit dem Ferretfinder. Woran das nun schon wieder lag…. Fluchend machte ich mich auf den Weg zurück zum Auto um ein paar weitere Werkzeuge zu holen, ich dachte uns stehen jetzt viele, viele Einschläge bevor. Auf Zuruf brachte ich dann auch den 2.Empfänger vom Ferretfinder mit. Mit diesem konnten wir dann Gott sei Dank den Hund doch orten nachdem die am Bau Gebliebenen schon das erste Loch gemacht hatten. Also schnell noch ein Loch gemacht. War auch nicht besonders tief, vlt. 70cm. Der Hund kam nicht weiter da die Röhre in einer Bilderbuchschikane vor dem Kessel endete. Sehr steil und wirklich spitz zulaufend V-förmig. Also FT raus PRT wieder rein in den Einschlag. Selbst dieses Bilderbuch Abbild eines Bauhundes mit einem BU von deutlich <40cm und spannbar bis zum Ende kam nicht durch. Beim Versuch des Erweiterns schaute der Fuchs einmal. Also Röhre nach hinten zu gemacht die Hunde raus und mit denen laut weggegangen und als wir keine 20m gegangen waren sprang der Fuchs und die Schützen die leise stehen geblieben waren konnten diesen auch erlegen. Mir fiel ein Stein vom Herzen das es nicht umsonst war und mein Hund sauber gearbeitet hat. Horrido!

Dann ein Kunstbau aus Sechseck steinen mit 2 Eingängen. Die Parson Hündin arbeitete wie eine 1, laut und kräftig, und brachte den Fuchs auch 2 mal zum Springen. Dieser Schelm schliefte aber direkt wieder in die andere Röhre ein. An schießen war nicht zu denken ohne den Hund zu gefährden. Nachdem dies 2 mal geschehen war fühlte die Hündin sich etwas veralbert und hatte keine Lust mehr oder dachte der Fuchs wäre nun wirklich weg. Auf jeden Fall zeigte Sie kein Interesse mehr. Also PRT ins Auto und mein FT wieder hop und rein. Dieser war erst etwas genervt ob der Enge der Röhre schliefte aber als bald ein. Der Fuchs sprang ein drittes Mal und hatte nun scheinbar verstanden das er im Bau nicht mehr sicher war. Er wurde beschossen….und gefehlt. Sehr schade denn diesen Fuchs hätte ich uns und vor allem den jungen Hunden die ihn super gearbeitet haben wirklich noch gegönnt.

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